Spiel und Spaß unter blauem Himmel

 

Die Auentalschule feiert ein lebendiges Spielfest. Muntere Schüler lassen sich von der Sonne anstecken.

Owingen – So turbulent ist es auch an der Owinger Auentalschule nicht jeden Tag. Beim Spielefest am Freitag waren alle auf den Beinen: Schüler, Lehrer und Eltern. Schließlich findet es nur alle zwei Jahre statt. Die Jungen und Mädchen nutzten die viefältigen Angebote drinnen und noch mehr draußen unter blauem Sommerhimmel. Zum letzten Mal den Startschuss geben für das bunter Treiben konnte Rektor Winfried Boos, der im Juli in den Ruhestand geht. "Freies Spiel ist die natürlichste Sache für Kinder", sagte Boos bei seiner Begrüßung: "Ohne Spiel ist keine Entwicklung möglich." Doch der Wunsch nach Regeln wird schnell stärker. Für alle Bedürfnisse war in den vier Stunde etwas geboten – vom traditionellen Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und dem altbekannten Sackhüpfen bis zum Papierfalten und Puppenbasteln. Ideen aus ihrer Heimat beigesteuert hatten auch die syrischen und afghanischen Kinder aus der IVK-Klasse.

 

Den gemeinsamen Auftakt hatten die Auentalspatzen als vielstimmiger Schulchor unter der Leitung von Juliane Kramm gestaltet und gleich jede Menge gute Laune verbreitet. Während sich die ersten Schüler – schließlich wäre gerade Vesperpause gewesen – mit einem Stockbrot ans lodernde Feuer setzten, machten sich andere auf den Weg durch den Schulgarten, um sich eine vergnügliche Herausforderung zu suchen. Beim konzentrierten Falten von Origami-Figuren im Schatten der großen Bäume oder bei der energischen Tischkickervariante. Geschicklichkeitsspiele waren ebenso gefragt wie ein Wettrennen auf Kisten.

Konzentration und Ruhe brauchten auch die Jungen und Mädchen, die aus kleinen Hölzern meterhohe Türme stapelten und diese mit viel Gefühl für die Schwerkraft austarieren mussten. Das Kaspertheater der Klasse 2b fand ebenfalls ein großes Publikum. Für das leibliche Wohl hatten zum einen der Elternbeirat und der Förderverein gesorgt. Doch gerade die internationalen Schüler sorgten für einen spannenden interkulturellen Lernort. Die aus Damaskus stammende Majd (13) und ihre Schwester Ritaj (9) waren stolz auf das leckeren süße Knafa, das ihre Eltern zum Fest beigesteuert haben. Einen Kuchen mit Kardamom-Gewürz und andere süße Leckereien hatte die afghanische Familie von Maryam (13) gebacken, die derzeit noch in der Gemeinschaftsunterkunft in Billafingen wohnt. Maryam selbst demonstrierte anderen Kindern, wie man in ihrer alten Heimat niedliche kleine Püppchen herstellen kann. Auch einfache Spiele mit kleinen Steinen, wie sie in Afghanistan gespielt werden, lernten die Owinger kennen.

Neue Spiele und neue Erfahrungen

"Alte und neue Spiele" lautete das Thema des Schulfests in Owingen. Tatsächlich ließen sich die Jungen und Mädchen vom Sackhüpfen noch genauso begeistern wie vom Mensch-Ärgere-Dich-Nicht.

Neues hatten die Owinger insbesondere den Kindern aus Afghanistan und Syrien zu verdanken, die derzeit noch in der IVK-Klasse von Corina Siemon und Kathleen Kleinhenz betreut werden. Außergewöhnliche Geschicklichkeitsspiele und Wettkämpfe mit Steinen – auf dem Teppich oder auf einem Parcours – bereicherten den Erfahrungsschatz. Dazu gab es Tee aus frischer Minze und leckere Kuchen nach Rezepten aus den orientalischen Ländern. (hpw)

Quelle: Südkurier (Hanspeter Walter)

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